Die Hellwinkel Terrassen sind ein wesentlicher Teil der Wolfsburger Wohnbauoffensive, hier ist das Ziel ca. 10.000 zusätzliche Wohneinheiten bis 2025 in Wolfsburg zu schaffen. Auf dem Areal zweier ehemaliger Kleingartenvereinsgelände im Stadtteil Hellwinkel findet derzeit eine städtebaulich, sozial und ökologisch sinnvolle Entwicklung statt. Politischer Wille ist die Umsetzung eines der hochwertigen Lage angemessenen und durchmischten Wohnquartiers. In der Quartiersentwicklungsplanung wurden die Ziele und Planungen für das Stadtquartier Hellwinkel anhand von drei Leitprinzipien konkretisiert:

„Landschaft und Natur“
„Vielfalt und Mischung“
„Nachbarschaften“

Auf insgesamt 27 Baufeldern mit jeweils 15 bis 50 Wohneinheiten wird ein durchmischtes Wohnquartier realisiert, das der hochwertigen und zentralen Lage angemessen ist und das zugleich hohe Standards im Hinblick auf Kriterien der Nachhaltigkeit und den schonenden Einsatz natürlicher Ressourcen erfüllt. Hierfür und für die Gestaltung von Gebäuden und Freiräumen machen die Quartiersplanung und die drei begleitenden Gestaltungshandbücher spezifische Vorgaben.

Das Quartier befindet sich im Wolfsburger Stadtteil Hellwinkel, in etwa 1,5 km Entfernung vom Stadtzentrum Wolfsburg sowie in 2 km Entfernung zum Bahnhof. Es liegt östlich vom Stadtzentrum. Nach Südosten ist das Gebiet über einen angrenzenden Grünzug mit der offenen Landschaft Richtung Nordsteimke und nach Süden durch den Wald mit dem Naturraum des Hasselbachtals verbunden.

Der Wolfsburger Stadtteil Hellwinkel gruppiert sich in einzelne Siedlungseinheiten und liegt nördlich und südlich der Reislinger Straße, die von Osten kommend auf den Berliner Ring trifft. Der Berliner Ring schließt im Süden an die Braunschweiger Straße an (Stadteinfahrt von der A39 aus Südwesten). Nach Norden bindet er über die Berliner Brücke an die Stadt an und mündet auf die B188. Fährt man die Reislinger Straße nach Osten stadtauswärts, gelangt man über Land nach Königslutter und auf die A2 in Richtung Magdeburg und Berlin.

Das Planungsgebiet ist von unterschiedlichen baulichen Strukturen umgeben. Nördlich der Reislinger Straße prägen überwiegend zweigeschossige Einzel-, Doppel- und Reihenhäuser der direkten Nachkriegszeit den städtischen Raum. Die Waldsiedlung „Am Krokusplan“, südlich des Quartiers, besteht vorwiegend aus 3- bis 4- geschossigen Wohnzeilen in offener Bauweise.

Der Stadtteil Hellwinkel ist mit sozialen Einrichtungen versorgt. Stadteinwärts befinden sich Angebote der Nahversorgung am Reislinger Markt, dessen östlicher Rand prägt ein kirchliches Gemeindezentrum. Eine Schule ist ebenso vorhanden, wie eine neu errichtete KITA. Diese grenzen unmittelbar an das Quartier Hellwinkel Terrassen an. Durch die stadtnahe Lage und die gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) können die innerstädtischen Einkaufsmöglichkeiten, Kulturangebote und Dienstleistungen bequem erreicht werden. Eine Bushaltestelle befindet sich in direkter Nähe an der Quartierseinfahrt in der Reislinger Straße. Radwege sind rundum vorhanden und werden weiter ausgebaut.

Die beiden Baukörper, auch der Zwilling genannt, haben einen gemeinsamen Sockel als Basis. Eine großzügige Lobby verbindet in der Erdgeschossebene die beiden fünf- bzw. sechsgeschossigen Gebäude.

Nach Süden, zur Waldstraße bildet sich ein etwas höher gelegener Hof aus. Dieser ist einerseits das Hauptentrée der bunten2, aber auch gemeinschaftlich genutzter Freiraum, der für vielfältige Aktivitäten im Freien prädestiniert ist. Hierauf richten sich die Gemeinschaftseinrichtungen aus, die in den Erdgeschossen der beiden Gebäude zu finden sind. Ebenfalls sind hier die Hauptzugänge zu den Erschließungskernen gelegen. Die Erschließung der oberen Geschosse erfolgt über diese zentralen Treppenhäuser.

Das Erdgeschoss übernimmt als Begegnungsbereich die gemeinschaftlichen Nutzungen der zukünftigen Baugruppe. So können hier beispielsweise Gemeinschaftsräume, Coworking-Spaces, Werkräume, Fahrradabstellräume sowie andere flexibel nutzbare Räume positioniert werden.

Ein weiterer Zugang zu den Gebäuden erfolgt über den gemeinsamen Lobbybereich, der zur Wohnstraße nach Norden ausgerichtet ist. Die Lobby ist gleichermaßen repräsentativer Eingang, Adresse der bunten2 wie auch Gemeinschaftsbereich.

Beide Baukörper teilen sich eine Tiefgarage, deren Zufahrt von Süden im westlichen Zwilling (Z2) liegt. Für die Einrichtung von Dachgärten sind beide Dächer gut geeignet. Diese können ebenfalls gemeinschaftlich genutzt werden und ermöglichen dazu einen schönen Blick über die Stadt.

Die Gebäudekonstellation des Zwillings erlaubt eine deutliche Gliederung zwischen den eher privaten Obergeschossen, in denen gewohnt wird und den möglichen, gemeinschaftlich genutzten Bereichen der Erdgeschosse mit angrenzendem Hofbereich.

Konstruktion und Aufbau der bunten2 erlauben eine Vielzahl an Kombinationen von individuellen Zuschnitten und Größen der jeweiligen Wohnungen. Vom 1-Zimmer-Appartment bis hin zur 4- oder 5- Zimmerwohnung ermöglicht der Gebäudetyp hohen Gestaltungs- und Kombinationsspielraum für unterschiedlichste Wohnanforderungen. Die damit gegebene Flexibilität bietet ideale Voraussetzungen für Menschen, die die Möglichkeit zur Bildung einer Baugruppe suchen, um ihren Anspruch an individueller Wohn- und Lebensvorstellung in einer Gemeinschaft verwirklichen zu können. Der Zwilling bietet aufgrund seines baukonstruktiven Aufbaus wie auch durch die zentrale Position der Treppenhäuser und Installationskerne eine große Wirtschaftlichkeit in der Realisierung.

Interessierte Menschen, die in einem urbanen Umfeld wie den Hellwinkel Terrassen wohnen, leben und arbeiten möchten, mit kurzen Wegen in die Innenstadt, und dabei ihre spezifischen, individuellen Ansprüche an Wohnung und Gebäude haben, erwartet in diesem Stadtquartier eine Gebäudekonstellation, die die gestellten Anforderungen einzulösen beabsichtigt. Hier ist die Möglichkeit gegeben, sich in die Planung und Gestaltung der Wohnanlage, in der die zukünftige Wohnung liegt, aktiv einzubringen.

Den Grad der Nachhaltigkeit des Zwillings beeinflussen die Baugruppenmitglieder der bunten2 in ökologischer und ökonomischer Hinsicht weitgehend selbst. Eine Grundlage dafür ist in der Volumetrie (optimales A/V-Verhältnis), in der Baukonstruktion (flexibel anpassbare Geschosse) und bei den möglichen Materialien (Dauerhaftigkeit) gelegt. Eine Investition in das Projekt sollte sowohl bezogen auf die Wertstabilität und Langlebigkeit des Gebäudes als auch im ökologischen Sinne nachhaltig sein

Im Rahmen eines Baugruppenprojektes sind bestimmte Qualitäten und Komfortanforderungen an die architektonische Ausbildung des Gebäudes, Nutzbarkeit der Grundrisse, die Materialität und energetische Konzeption besser umzusetzen als in einem "klassischen" Bauträgerprojekt. Die einzelnen Mitglieder der Baugruppe entscheiden selbstbestimmt über einzelne Investitionen in die Ausgestaltung der Wohnanlage sowie über die Zuschnitte der zur Verfügung stehenden Geschossflächen.

Ein gemeinschaftlicher Planungsprozess ermöglicht eine Berücksichtigung individueller Anforderungen bei der Gesamtplanung. Die einzelnen Baugruppenmitglieder nehmen direkten Einfluss auf die Gestaltung ihre individuellen Wohnungen wie auch auf die Anzahl und Dimensionierung der Gemeinschaftsbereiche. Neben der Einflussnahme auf Größe und Raumgestaltung der eigenen Wohneinheit können auch Verwendungszweck von Gemeinschaftsflächen, die Außenbereiche wie auch die Art der technischen Ausstattung gemeinschaftlich geplant und entschieden werden.

Wie gut eine Baugruppe zusammenwirkt, entsteht durch das Engagement der einzelnen Mitglieder. Gemeinsamkeit sollte hier nicht per se vorgegeben sein, kann aber wachsen und den sozialen Zusammenhalt befördern. So kann sich die Situation entwickeln, dass mehrere Generationen in einem Gebäude zusammen wohnen und sich mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten unterstützen. Der jeweilige Grad an Individualität, an Privatheit und an Gemeinschaft, welcher in dem Gesamtprojekt zur baulichen Ausführung kommt, wird durch das Votum jeder zukünftigen Bewohnerin, jedes zukünftigen Bewohners entschieden.